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Barock Möbel

 
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Das frühbarocke Möbel und seine Merkmale

Bei dem frühbarocken Möbel verliert der architektonische Aufbau zusehends an Bedeutung. Zierformen wie das Ohrmuschel- und Knorpelornament kommen auf. Von Nürnberg ausgehend finden die Wellen- und Flammleisten bei den Barockmöbeln zusehends an Bedeutung. Diese zieren Säulen, Lisenen und werden als Rahmungen verwendet. Seit ca. 1700 finden sich ausgehend vom südlichen Holland zusehends Blumenmarketerien. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts werden zusätzlich zu den klassischen Säulenordnungen auch gewundene Säulen (Korkenziehersäulen) verwendet. Die gewundenen Säulen treten als gedrechseltes Element erstmalig bei Barockmöbeln auf.

Das hochbarocke Möbel

Nach der Mitte des 17. Jahrhunderts setzten sich mehr und mehr Blütenranken, Blumen- und Fruchtgehänge durch. Ausgehend von Italien kommen im späten 17. Jahrhundert Akanthusverzierungen an Barockmöbeln in Mode. Gleichzeitig setzen sich von Norden kommend Aufdoppelungen von Kissen- und Kassettenfüllungen durch. Daraus entwickelten sich Bastionsfüllungen und großflächige Medaillonflächen.

Das Möbel im Spätbarock und Rokoko

Ab 1720 finden wir eine zunehmende Auflösung der strengen geometrischen Formen und immer häufiger sind die vorderen Korpuskanten abgeschrägt. Die Flächen werden mit Marketerien aus Bandelwerk, Rocailles und Chinoiserien verziert. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts gewinnt die Parkettmarketerie immer mehr an Bedeutung und die Barockmöbel bekommen zusehends einen privateren Charakter. Das höfische Barockmöbel war mit Marketerien aus Nussbaum - oft kombiniert mit exotischen Hölzern wie Buchsbaum, Amarant, Mahagoni und verschiedenen Palisanderarten belegt. Holzfremde Materialien wie Messing, Zinn, Silber, Kupfer, Elfenbein, Perlmutt, Schildpatt und Horn waren sehr beliebt und wurden häufig zusätzlich graviert. Das bäuerliche, wie auch das bürgerliche Barockmöbel wurde vorwiegend aus massivem Nadel- oder Eichenholz, vereinzelt auch aus massiven Nussbaum, gefertigt.

 

 

 

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