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Renaissance Truhe von 1535/40

Renaissance Truhe von 1535/40
 
 
 
  • Höhe 71,5 cm
  • Breite 142 cm
  • Tiefe 52,3 cm

Artikel-Nr.: 933

  • Altervon 1535/40
  • HerkunftRaum Flandern/Niederrhein
  • Zustandunrestauriert
  • Epoche/StilRenaissance
  • HolzartenEiche
7.800,00 € *
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Renaissance Truhe von 1535/40

Diese geschnitzte Renaissance Truhe mit starkem gotischem Einfluss ist wohl im Raum Flandern/ Niederrhein in Stollen- und Rahmenbauweise gebaut worden. Sie ist aus Eiche gefertigt worden.

Der untere Boden und die rückwändigen Füllungen sind grob behauen. Die Truhe steht auf 4 Stollen. Die vorderen sind mit Schuppenbändern beschnitzt. Diese Verzierung findet sich auch jeweils auf dem Fries zwischen den beiden seitlichen, mit Faltwerk verzierten Füllungen, wie auf den mittleren 3 Friesen des Deckels. Die beiden mittleren Füllungen des Deckels und das obere Querfries der Front sind mit Kranichen verziert. Der Kranich spielte in der mittelalterlichen Mythologie eine starke Rolle. Die beiden äußeren Füllungen des Deckels sind mit bärtigen Köpfen verziert, die denen auf den Bartmannskrügen, die seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesen sind, gleichen. Auf den mittleren beiden Füllungen des Deckels sehen wir jeweils einen Jüngling mit Dreispitz, der auf einem Mischwesen aus Pferd, und Blattwerk reitet.

In der Truhenfront sind 2 Füllungen, die Landsknechte abbilden und 2 Füllungen die jeweils eine verheiratete Frau (erkennbar an der Kopfbedeckung) zeigen, die eine Schriftrolle in der Hand hält. Da die Truhe in der Reformationszeit entstanden ist, liegt der Verdacht nahe, dass es sich dabei um ein Konvertitdokument handelt. Der Deckel ist mit Langbändern angeschlagen. Diese, wie auch das Schloss, der Schlüssel und das Schlüsselschild sind typisch für das 16. Jahrhundert.

Offensichtlich wurden für den Bau der Truhe Abschnitte eines dicken Stamms bis zum Kern hin gespalten, um Scheitholz mit stehenden Jahren zu gewinnen. Anschließend hat man die, vom Randbereich zum Holzkern hin konisch zulaufenden Stücke, auf eine gleichmäßige Brett- und Kantholzstärke gehobelt. Bei der Herstellung der Füllungen führte dies zwangsläufig dazu, dass diese relativ dünn wurden. Dieses Verfahren war typisch für den Möbelbau in der Gotik und wurde auch in der Renaissance noch angewendet. Der Sinn lag darin, dass die so gewonnenen Bretter und Kanthölzer mit stehenden Jahresringen sich kaum verwerfen und wenig arbeiten. Allerdings ist diese Herstellungsmethode extrem materialaufwendig und die auf diese Weise hergestellten dünnen Bretter neigen bei stärkerer Belastung dazu in Faserrichtung zu reißen.

Insgesamt ist die Truhe dem Alter entsprechend in einem sehr ordentlichem Zustand. Der Schlüssel sollte auf jeden Fall restauriert werden.

Literaturnachweis: Die Kunst des deutschen Möbels Bd.1 Von den Anfängen bis zum Hochbarock, Heinrich Kreisel, ISBN 3 406 05095 6 Literaturnachweis für Schlüsselschild, Längbänder,Schloss und Schlüssel unter: Historische Schlüssel Schlösser Beschläge von A- Z. Herausgeber Dr. -Ing. Michael Goerig. Ein baugleiches Schloss ist auf S. 261, unter der Bezeichnung: SW61 mit dem Vermerk: 16. Jahrhundert abgebildet. Ein vergleichbares Schlüsselschild findet sich auf Seite 357, mit der Bezeichnung SW355a.

 
 
 
 

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